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Prüfsiegel

Prüfsiegel für Monitore (Quelle: Wikipedia Dezember 2013)

Auf vielen Monitoren klebt ein Sammelsurium an Plaketten und Texthinweisen zu eingehaltenen Grenzwerten und Vorschriften. Nachfolgend die wichtigsten Standards:

GS

Mit dem Siegel Geprüfte Sicherheit (GS-Zeichen) wird einem verwendungsfertigen Produkt bescheinigt, dass es den Anforderungen des § 21 des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) entspricht. Diese Anforderungen sind nach „Maß und Zahl“ vor allem in DIN-Normen und Europäischen Normen oder anderen allgemein anerkannten Regeln der Technik konkretisiert. Die im Jahr 1977 eingeführte Zertifizierung soll den Benutzer und Dritte bei bestimmungsgemäßer und vorhersehbarer Verwendung (im nichtharmonisierten Bereich, d.h. ohne eine europäische Vorgabe) und durch Einhaltung der europäischen Vorgaben (im harmonisierten Bereich) vor Schäden an Leib und Leben schützen.

Das GS-Zeichen ist noch das einzig gesetzlich geregelte Prüfzeichen in Europa für Produktsicherheit. Die CE-Kennzeichnung wird für bestimmte Produkte gefordert, ist aber eine Erklärung des Herstellers oder Inverkehrbringers, dass er alle europäischen Vorgaben (Richtlinien und/oder Verordnungen) einhält. Alle anderen Zeichen wie ENEC, VDE, ÖVE, TÜV, BG sind private Zeichen von einzelnen Prüf- oder Zertifizierstellen oder Vereinbarungen zwischen Prüfhäusern.

ISO

Die Norm EN ISO 9241 ist ein internationaler Standard, der Richtlinien der Mensch-Computer-Interaktion beschreibt. Die Normenreihe trägt seit 2006 den deutschen Titel Ergonomie der Mensch-System-Interaktion und löst damit den bisherigen Titel Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten ab, um die frühere Einschränkung auf Büroarbeit aufzulösen.

Die Normenreihe beschreibt Anforderungen an die Arbeitsumgebung, Hardware und Software. Ziel der Richtlinie ist es, gesundheitliche Schäden beim Arbeiten am Bildschirm zu vermeiden und dem Benutzer die Ausführung seiner Aufgaben zu erleichtern.

Die DIN EN ISO 9241 spiegelt alle drei Wirkungsebenen wider, die eine Norm haben kann: National, europäisch, weltweit. Auf der Grundlage einer Norm der internationalen Normungsorganisation ISO wurde eine Europäische Norm erarbeitet, die als DIN-Norm übernommen wurde. In Österreich existiert die nahezu identische ÖNORM EN ISO 9241.

Die EN ISO 9241 gilt nach EU-Rechtsprechung auch als Standard zur Bewertung der Forderung nach Benutzerfreundlichkeit aus der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV).

MPR II

Monitore, die dieses Kennzeichen besitzen, halten die empfohlenen Normwerte für elektromagnetische und elektrostatische Bildschirmabstrahlung ein. Die Grenzwerte dieser Richtlinie sind weniger streng als die der TCO (Tjänstemännens Centralorganisation, Schweden), welche der direkte Nachfolger der MPR-II ist.

1987 wurde die MPR-I, eine Norm für strahlungsarme Bildschirme festgelegt, und 1990 kam dann die MPR-II. Diese Norm enthält folgende Vorschriften:
1. Elektrostatisches Feld: Maximal 500 Volt in 50 cm Abstand von der Bildschirmoberfläche
2. Elektrisches Feld: Für Band I (5 Hz bis 2 KHz) maximal 25 Volt / Meter, für Band II (2 KHz bis 400 KHz) maximal 2,5 Volt / Meter (Abstand wie zuvor.)
3. Elektromagnetisches Wechselfeld: maximal 250 Nanotesla für Band I, maximal 25 Nanotesla für Band II (Abstand wie zuvor - sowie rund um den Bildschirm in drei verschiedenen Positionen in jeweils 30 cm Entfernung).

Weitergehende Anforderungen enthalten die TCO 92 – TCO 06. 

TÜV Ergonomie

Das Prüfsiegel Ergonomie geprüft wird für Büromöbel, Bildschirme und Software vergeben, wenn diese bestimmte Anforderungen an die Ergonomie erfüllen.

Einem Monitor bescheinigt es beispielsweise elektrische Sicherheit (GS-Zeichen) sowie die Erfüllung ergonomischer Anforderungen nach den Normen DIN EN ISO 9241 Teile 3 und 8 (visuelle Anzeigen und Farbdarstellungen) sowie weitere Kriterien wie Leuchtdichte oder Gleichmäßigkeit der Zeichendarstellung.

In puncto Software müssen Merkmale wie Dialogführung, Benutzerführung, Menüs und anderes nach der DIN EN ISO 9241, Teile 10 bis 17, zutreffen. Der Bildschirm muss strahlungsarm nach der MPR II sein.

TCO-92

TCO ’92 ist eine Erweiterung des MPR-II-Standards (Strahlungsmessung im Abstand von 30 cm). Es gewährleistet zusätzlich zu diesem das Abschalten des Monitors in Ruhepausen. TCO ’92 ist inzwischen ausgelaufen und nicht mehr gültig.

TCO-95

TCO ’95 ist ein Prüfsiegel für herkömmliche Kathodenstrahl-Monitore (CRT), Tastaturen und Systemeinheiten.
Es wird die Strahlenemission entsprechend TCO ’92, die elektronischen Eigenschaften nach DIN EN ISO 9241 beziehungsweise bei Monitoren die Helligkeit, Kontrast, Bildstabilität und die Zeichendarstellung geprüft. Des Weiteren wird auch die Umweltverträglichkeit nach TCO ’92 beachtet. TCO ’95 wird seit 2003 nicht mehr vergeben. Für Monitore soll TCO ’03 verwendet werden.

TCO-99

Das Prüfsiegel TCO ’99 erweitert den Geltungsbereich auf die Kategorien Flachbildschirme, Kathodenstrahl-Monitore, Desktop- und Notebook-PCs, Tastaturen und Drucker.

Es beinhaltet nicht nur die Grenzwerte der TCO ’95 für elektrische und magnetische Felder, sondern definiert auch weitere Richtlinien für Ergonomie und Emissionen. Drucker müssen u.a. auch Kriterien zu Staub- und Ozon-Emissionen erfüllen. Bildschirme werden auf folgende Kriterien geprüft:
Flimmer- und Flackerfreiheit
gleichmäßige Leuchtdichte
Ionisierende Strahlung muss gegen 0 gehen
verbesserter Leuchtdichtenkontrast
Vermeidung von Reflexionen des Bildschirmgehäuses
verminderter Lärm von Bildschirmen (unangenehmes Pfeifen)
Vorgeschriebene Leistungsaufnahme des Monitors im Stand-by-Modus und im abgeschalteten Modus (maximal 15 Watt / 5 Watt). Zudem wurden die ökologischen Richtlinien erweitert: Es dürfen keine FCKWs oder chlorierte Lösungsmittel verwendet werden; verbaute Teile dürfen nicht bromhaltig sein bzw. chlorierte Flammschutzmittel verwendet werden. Zur Entsorgung der Geräte muss der Hersteller einen Vertrag mit einer Recyclingfirma abschließen. Auf den 1. Januar 2009 wurde die Vergabe von Zertifikaten für Drucker eingestellt. Die Zertifikate schon zertifizierter Printer verlieren ihre Gültigkeit per 31. Dezember 2011.

TCO 03              

TCO 03 zertifiziert nur Kathodenstrahl- und Flachbildschirme. Die Anforderungen enthalten die Bedingungen von TCO ’99. Die ursprüngliche Anforderung, dass der Monitor ein helles Gehäuse haben sollte, da dies als augenfreundlicher gilt, wurde im Oktober 2005 aufgegeben. Allerdings schreibt das TCO Development zur Farbe des Rahmens: „Denken Sie daran, wie der Raum aussieht, in dem der Monitor stehen soll. Wählen Sie einen Monitor mit einer neutralen Farbe in Bezug auf die Licht- und Beleuchtungsverhältnisse in seiner Umgebung. Der Monitorrahmen sollte nicht zu dunkel oder zu hell im Vergleich zu der Wand hinter dem Monitor sein.“

Um eine entspannte Kopfhaltung zu ermöglichen, sollte die Blicklinie um etwa 35° aus der Waagerechten abgesenkt werden und einen annähernd rechten Winkel mit der Bildschirmoberfläche bilden. Dies erfordert, dass der Bildschirm in der Neigung verstellbar ist und dass der Winkel der Draufsicht verändert werden kann. Außerdem ist es wichtig, dass die Sicht von allen Seiten auf den Bildschirm eine hohe Qualität aufweist.

TCO 06

Das TCO-Gütesiegel für Multimediabildschirme garantiert folgende Eigenschaften:

Ergonomie

  • Gute Qualität auch bei der Wiedergabe von bewegten Bildern durch kurze Bildaufbauzeit, eine gute Schwarzskala und höhere Anforderungen an die Graustufen.
  • Hohe sichtergonomische Anforderungen an das Schirmbild, die eine hohe Bildqualität und Farbwiedergabe garantieren.

Emission

  • erhebliche Reduzierung magnetischer und elektrischer Felder

Energie

  • niedriger Energieverbrauch im Standby-Modus

Umwelt

  • Der Bildschirm ist für das Recycling vorbereitet, was die Materialwiedergewinnung erleichtert.
  • Hersteller muss nach ISO 14001 oder EMAS zertifiziert sein
  • Reduzierte Emission von bromierten und chlorierten Flammschutzmitteln und Schwermetallen in die Natur (erfüllt auch die RoHS-Richtlinie vom 1. Juli 2006).

Blauer Engel

Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein seit 1978 vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.

Hinsichtlich Ergonomie lehnt sich der Blaue Engel an die Empfehlung von MPR II und ISO 9241-3 an. Das Augenmerk liegt besonders auf Recycling gerechte Konstruktion sowie Schadstoffarmut der verwendeten Materialien. Zum Nachweis genügt teilweise eine Herstellererklärung (EMV, Recycling, Schadstoffarmut, Energiesparen). Produktsicherheit und Ergonomie sind als Testbericht eines unabhängigen Prüfinstitut zu belegen.